Vergesellschaftung: Wenn ein zweites Chinchilla einzieht

28. Januar 2010 von Kerstin

Chinchillas in der Natur leben in Kolonien von bis zu hundert Tieren. Einzelhaltung ist daher weder artgerecht noch empfehlenswert. Doch die Vergesellschaftung zweier fremder Chinchillas ist kein Selbstläufer. Ohne die richtige Methode kann es zu schweren Beißereien kommen, die beide Tiere verletzen.

Die richtige Kombination

Die einfachste Kombination sind zwei Geschwister, die nie getrennt waren. Auch Mutter und Tochter oder zwei Jungtiere unter vier Monaten verstehen sich in der Regel problemlos. Schwieriger wird es bei erwachsenen Tieren, die sich nicht kennen.

Gleichgeschlechtliche Paare funktionieren am besten. Zwei Weibchen oder zwei kastrierte Böcke sind die sichersten Optionen. Ein unkastrierter Bock mit einem Weibchen bedeutet regelmäßigen Nachwuchs, was verantwortungsvolle Halter vermeiden sollten.

Die Käfig-an-Käfig-Methode

Die bewährte Methode der Vergesellschaftung funktioniert über schrittweise Annäherung. Die beiden Chinchillas stehen zunächst in getrennten Käfigen nebeneinander, sodass sie sich sehen und riechen können, aber nicht angreifen. Diese Phase dauert mindestens eine Woche, oft zwei bis drei Wochen.

Während dieser Zeit werden die Käfige regelmäßig getauscht, damit sich die Tiere an den Geruch des anderen gewöhnen. Auch das Sandbad wird abwechselnd von beiden benutzt, um den Geruch zu vermischen. Einen weiterführenden Überblick bietet tierfreundliche Unterkünfte in Frankreich.

Der Zusammenzug

Wenn die Tiere ruhig und entspannt nebeneinander sitzen und keine Aggressionszeichen zeigen, kann der Zusammenzug in einem neutralen Käfig versucht werden. Dieser Käfig sollte frisch gereinigt sein und keine Reviermarkierungen tragen. Zwei Schlafhäuser und zwei Futternäpfe vermeiden Streit um Ressourcen.

Beaufsichtigen Sie die ersten Stunden aufmerksam. Normales Beschnuppern und sanftes Jagen sind kein Grund zur Sorge. Ernstes Fellrupfen, lautes Kreischen und Beißen erfordern sofortige Trennung. In diesem Fall muss die Käfig-an-Käfig-Phase verlängert werden.

Geduld ist alles

Manche Vergesellschaftungen dauern Wochen, manche Monate. Es gibt auch Chinchillas, die sich trotz aller Bemühungen nicht vertragen. Das muss man akzeptieren. Zwei einzeln gehaltene Chinchillas in benachbarten Käfigen sind immer noch besser als ein einsames Tier ohne Artgenossen.

Die Freude, wenn zwei Chinchillas schließlich aneinandergekuschelt im Schlafhaus liegen, entschädigt für alle Mühen der Vergesellschaftung.

Themen: Vergesellschaftung, Haltung, Sozialverhalten, Paarhaltung
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