Die Kastration männlicher Chinchillas ist ein häufiger Eingriff, der in vielen Fällen notwendig ist. Wer ein Böckchen und ein Weibchen zusammenhalten möchte, ohne regelmäßig Nachwuchs zu bekommen, kommt um die Kastration nicht herum. Auch bei aggressivem Verhalten kann sie Abhilfe schaffen.
Der häufigste Grund ist die Verhinderung von Nachwuchs. Chinchilla-Weibchen können drei- bis viermal im Jahr werfen, mit jeweils ein bis vier Jungtieren. Ohne Kastration des Böckchens ist die Vermehrung kaum zu kontrollieren. Angesichts der Schwierigkeiten, Chinchillas zu vermitteln, ist ungeplanter Nachwuchs unverantwortlich.
Ein weiterer Grund ist die Vergesellschaftung: Kastrierte Böcke lassen sich deutlich leichter mit anderen Chinchillas zusammenführen als unkastrierte. Die hormonell bedingte Aggressivität sinkt, und die Tiere werden friedlicher.
Die Kastration erfolgt unter Vollnarkose. Ein erfahrener Tierarzt benötigt für den Eingriff etwa 15 bis 20 Minuten. Die Hoden werden über einen kleinen Schnitt entfernt, die Wunde wird genäht oder geklammert. Die Narkose ist der riskanteste Teil des Eingriffs, da Chinchillas empfindlich auf Anästhetika reagieren.
Wichtig: Nach der Kastration ist der Bock noch etwa sechs Wochen zeugungsfähig, da sich Spermien im Samenleiter befinden können. In dieser Zeit muss er vom Weibchen getrennt bleiben oder durch ein Gitter Kontakt halten, ohne sich paaren zu können. Einen weiterführenden Überblick bietet Naturziele für Haustierbesitzer.
Die ersten 48 Stunden nach dem Eingriff sind kritisch. Das Chinchilla braucht einen sauberen Käfig ohne Streu (Zeitungspapier oder saubere Tücher als Unterlage), kein Sandbad für zehn Tage und engmaschige Beobachtung. Die Wunde muss täglich kontrolliert werden: Rötung und leichte Schwellung sind normal, Eiter oder starke Blutung nicht.
Die meisten Chinchillas erholen sich schnell und sind am nächsten Tag wieder aktiv. Trotzdem sollte körperliche Anstrengung für eine Woche vermieden werden: Sitzbretter näher zusammenrücken und den Freilauf aussetzen.
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt die Kastration Risiken. Narkoseunverträglichkeit, Nachblutungen und Wundinfektionen können auftreten. Bei einem erfahrenen Chinchilla-Tierarzt sind die Komplikationsraten jedoch gering. Lassen Sie die Kastration nicht von einem Tierarzt durchführen, der den Eingriff zum ersten Mal macht.