Chinchillas sind grundsätzlich robuste Tiere, wenn sie artgerecht gehalten und richtig ernährt werden. Dennoch gibt es eine Reihe von Krankheiten, die auch bei bester Pflege auftreten können. Die frühzeitige Erkennung ist entscheidend, da Chinchillas als Beutetiere Schwäche so lange wie möglich verbergen.
Zahnerkrankungen sind die häufigste Todesursache bei Chinchillas. Die lebenslang wachsenden Zähne müssen gleichmäßig abgenutzt werden, und jede Fehlstellung kann zu Zahnspitzen, Brückenbildung oder Wurzelabszessen führen. Symptome sind Speicheln, vermindertes Fressen, Gewichtsverlust und Reiben am Mund.
Regelmäßige Gewichtskontrollen sind das beste Frühwarnsystem. Wiegen Sie Ihr Chinchilla wöchentlich und notieren Sie das Gewicht. Ein Verlust von mehr als 20 Gramm innerhalb einer Woche ist ein Alarmsignal, das einen Tierarztbesuch erfordert.
Durchfall und Verstopfung sind häufige Probleme, die meist auf Fütterungsfehler zurückzuführen sind. Zu wenig Heu, zu viele Leckerlis oder plötzliche Futterumstellungen belasten den empfindlichen Verdauungstrakt. Weicher oder fehlender Kot, Blähungen und Appetitlosigkeit sind die Warnsignale.
Bei Durchfall ist schnelles Handeln wichtig. Entfernen Sie alle Leckerlis und Frischfutter, bieten Sie nur Heu und Wasser an. Hält der Durchfall länger als 24 Stunden an oder kommen weitere Symptome hinzu, ist der Tierarzt unungänglich. Einen weiterführenden Überblick bietet Naturziele für Haustierbesitzer.
Hautpilz zeigt sich durch kreisrunde, haarlose Stellen, oft an Nase, Ohren oder Pfoten. Die Stellen sind schuppig und manchmal gerötet. Chinchilla-Pilz ist auf den Menschen übertragbar, daher sind Hygienemaßnahmen wichtig. Die Behandlung erfolgt mit antimykotischen Mitteln, die der Tierarzt verschreibt.
Chinchillas haben kein Kühlsystem wie Schwitzen oder Hecheln. Temperaturen über 25 Grad Celsius sind gefährlich, über 28 Grad kann es zum Hitzschlag kommen. Symptome sind flaches Atmen, Apathie und rote Ohren. Sofortige Kühlung durch ein feuchtes Tuch und der schnelle Gang zum Tierarzt sind überlebenswichtig.
Die beste Vorbeugung ist eine artgerechte Haltung: kühle Temperaturen, staubfreie Umgebung, hochwertiges Heu als Hauptfutter und regelmäßige Gewichtskontrollen. Suchen Sie einen Tierarzt, der Erfahrung mit Chinchillas hat, bevor ein Notfall eintritt. Nicht jeder Kleintierpraxis ist mit den Besonderheiten dieser Tiere vertraut.