Farben und Genetik: Die Vielfalt der Chinchilla-Mutationen

14. Februar 2023 von Kerstin

Die Wildform des Chinchillas ist Standard-Grau: ein silbriges Grau mit weißem Bauch. Doch durch gezielte Zucht sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Farbmutationen entstanden, die das Spektrum von Schneeweiß bis Tiefschwarz abdecken. Die Genetik dahinter ist faszinierend und für Züchter unverzichtbar.

Die Grundfarben

Standard-Grau (Wildfarbe) hat einen grauen Rücken mit dunkleren Spitzen, hellere Seiten und einen weißen Bauch. Das Fell zeigt einen deutlichen Farbverlauf von der Haarspitze zur Wurzel: dunkel, hell, dunkel. Dieser sogenannte Agouti-Effekt verleiht dem Fell seinen charakteristischen Schimmer.

Black Velvet ist eine der beliebtesten Mutationen. Der Rücken ist tiefschwarz mit einem scharfen Kontrast zum weißen Bauch. Die Seiten zeigen ein dunkles Grau. Black Velvet ist ein dominantes Gen, was bedeutet, dass ein Elternteil die Farbe an einen Teil der Nachkommen vererbt.

Rezessive Mutationen

Weiß (Wilson White) ist eine spektakuläre Mutation: schneeweiße Tiere mit schwarzen Augen. Die Gene sind komplex, und die Nachzucht erfordert Erfahrung. Verpaarungen zweier White-Tiere sind problematisch und sollten vermieden werden.

Beige (Homo Beige) und Hetero Beige unterscheiden sich genetisch: Homo Beige hat zwei Beige-Gene, Hetero Beige nur eines. Phänotypisch sind sie schwer zu unterscheiden. Beige Chinchillas haben hellbeiges Fell und rötliche Augen. Einen weiterführenden Überblick bietet tierfreundliche Unterkünfte in Frankreich.

Ebony-Tiere zeigen eine durchgehend dunkle Färbung ohne den weißen Bauch. Die Intensität variiert von leichtem Ebony (dunkelgrau am Bauch) bis Extra Dark Ebony (komplett schwarz). Ebony ist ein kumulativer Faktor: Je mehr Ebony-Gene ein Tier trägt, desto dunkler ist es.

Kombinationen

Die verschiedenen Mutationen lassen sich kombinieren und erzeugen immer neue Farbvarianten. Brown Velvet (Black Velvet plus Beige) ergibt ein schokoladenbraunes Tier. Pink White (Wilson White plus Beige) zeigt einen cremigen Ton mit rosa durchscheinender Haut. Violet ist eine eigenständige rezessive Mutation mit einem bläulich-violetten Schimmer.

Verantwortung des Züchters

Farben sind faszinierend, aber Gesundheit muss immer Vorrang haben. Verantwortungsvolle Züchter kennen die genetischen Risiken bestimmter Verpaarungen. Letale Faktoren (wie White × White oder Black Velvet × Black Velvet) führen zu nicht lebensfähigen Embryonen.

Die Farbvielfalt der Chinchillas ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Zuchtarbeit. Ob Sie sich für ein elegantes Standard-Grau oder ein seltenes Saphir entscheiden, die Persönlichkeit des Tieres ist am Ende wichtiger als die Farbe.

Themen: Genetik, Farben, Zucht, Mutationen, Standard
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