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Notfallkoffer & Hitzschlag

ERSTE-HILFE-KOFFER

HITZSCHLAG

Zwangsernährung

 

Theolinchen, die Geschichte, wie er einen Hitzschlag überstanden hat

Puuh, ist das heiß hier….
oder warum Chinchillas so schnell einem Hitzetod erliegen

erste-Hilfe-Feivel-neuERSTE-HILFE-KOFFER

Eine Grundapotheke gehört in jeden Haushalt mit Chins. Zumindest die gängigen Wehwehchen solltest du sofort und ohne vorheriges Aufsuchen der Nachtapotheke behandeln können. Dazu gehören:

1. Kreislaufstabilisierendes Mittel (Bachblüten Rescue, Effortil)
2. Äußere Blutungen stoppen, Schock (Capsella fluid)
3. Erstbehandlung bei Verdacht auf innere Verletzung (Pulsatilla)
4. Schiene bei Brüchen (Eisstängel, feste Pappe, Mullbinde)
5. Kohletabletten/-pulver für Vergiftungen z.B. durch Pflanze anknabbern
6. Telefonnummern von Tierärzten, Wochenenddienst, tierärztlicher Notdienst

Ferner hat sich eine kleine Hausapotheke bewährt:
1. Euphra Vet Augentropfen
2. Bird Bene Bac
3. Sab Simplex
4. Heilerde, Kamillenblüten, Haferflocken
5. Eukalyptusöl bzw. Baby-Inhaliermittel
6. Traumel-Salbe + Traumeltabletten
7. Babyöl
8. Calendulasalbe, Calendulatinktur
9. Iso. Kochsalzlösung
10. Pinzette, Spritzen in verschiedenen Größen
Angi

Zwangsernährung
Am wichtigsten ist es, das Tierchen zum Fressen zu bringen, denn bereits 10 Stunden ohne Nahrungsaufnahme können tödlich enden. Wenn er nicht freiwillig frisst, ist Babybrei eine gute Alternative. Je nach Vorliebe des Tieres empfiehlt sich Alete Vollkornbrei Apfel-Banane, Apfel-Karotte oder Birne. Wenn der Süße dann den Brei akzeptiert hat, könnt ihr vorsichtig anfangen, aufgeweichte Pellets unterzumischen, bis zu einem Verhältnis von 2 Teilen Pellets und 1 Teil Alete. Verstopfung braucht ihr nicht zu befürchten, eher einen leichten Durchfall durch die erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Besonders bei einer Behandlung mit Antibiotika und/oder Schmerzmedikamenten -aber auch ohne- solltet ihr dem Brei 2 x täglich einen Klecks Bird Bene Bac beimischen, das hilft die Darmflora intakt zu halten (zerstörte Darmflora = Verstopfung = Appetitlosigkeit). Füttern solltet ihr bei einem ausgewachsenen Tier alle 4 - 6 Stunden, über den Tag verteilt mind. 30 ml, je mehr, desto besser. Gut geeignet ist hierfür eine 50 ml Spritze ohne Nadel, da sie einen breiteren Ausgang hat, der nicht dauernd verstopft. Zusätzlich solltet ihr ihm ein Schüsselchen Brei in den Käfig stellen, damit er sich zwischen den Mahlzeiten bedienen kann. Wenn er ausreichend Brei aus der Schüssel schlabbert, könnt ihr das Füttern mit der Spritze langsam auslaufen lassen (Zyklus auf 8, dann auf 12 Stunden verlängern, dann nur noch abends anbieten). Parallel dazu sollten immer frische Pellets und frisches Heu, sämtliche für Chins geeignete Kräuter zur Verfügung stehen, um ihn zum Selbstfressen zu annimieren.. Endziel ist es natürlich, den Brei wieder abzusetzen und ihn wieder ganz auf feste Nahrung umzustellen - dabei muss natürlich das Gewicht ständig kontrolliert werden und ggf. die Breidosis wieder erhöht werden, wenn er weiter abnimmt.

In erster Linie sollte die Zwangsernährung mit Critical Care oder ähnlichen über den Tierarzt zu beziehenden “Päppelpulvern” erfolgen, denn hier ist gewährleistet, dass das Chin trotz nicht selbst fressen können ballaststoffreich ernährt wird. Anrühren und ml-Gabe lt. Packungsbeilage. Wenn dieser Brei partou abgelehnt wird, ist ein Untermischen von o.g. Babybrei denkbar.

HITZSCHLAG
Chinchillakäfige dürfen nur an einem nicht zugigen schattigen Platz und nur innerhalb der Wohnung aufgestellt werden. Am besten geeignet - wenn man gleich voraus schauend denkt, denn der nächste heiße Sommer kommt bestimmt - wählt man einen Platz auf der Nord- bzw. Ostseite der Wohnung. Warum? Weil sich die Wohnung meist nicht so stark aufhitzt, wie auf der West- bzw. Südseite. Völlig ungeeignet sind Dachgeschosswohnungen. Darin steht quasi die Hitze im Sommer. Der Kreislauf der Chinchillas ist derart empfindlich, dass bereits ab einer Raumtemperatur von 24 Grad ein Hitzschlag droht. Jedes Grad mehr ist super gefährlich und Sie können eigentlich schon fast auf ein Kreislaufversagen warten. Was meinen Sie, von wievielen elendig durch Hitzschlag gestorbenen Chinchillas lese ich jeden Sommer in Ihren Anfragen??? Jedes Chinchilla ist eines zu viel.

Aber nicht “nur” das Halten in Ihren Wohnungen birgt für Ihre Chinchillas im Sommer Gefahren für einen Hitzschlag, ebenso das Transportieren z.B. zum Tierarzt, ein Umzug. Dies sollte nur im Notfall und nur im klimatisierten Auto (Taxi) und nach Möglichkeit nur in den Abend- und Nachtstunden vorgenommen werden.

Wie erkennen Sie einen Hitzschlag?
Das Chinchilla zittert am gesamten Körper und beginnt zu taumeln, es läuft gegen Gegenstände, bis es auf die Seite kippt und sich gar nicht mehr bewegt. Die Atmung ist erschwert.

Was können Sie tun, wenn Ihr Chinchilla einen Hitzschlag erlitten hat?
Als Ersthilfe tragen Sie das Chinchilla ganz vorsichtig in einen kühleren Raum, der gut belüftet, jedoch nicht zugig sein sollte. Setzen Sie es auf eine kühle Unterlage, wie z.B. eine Fliese, aber unbedingt darauf achten, dass es nicht zu kalt ist, also keine Kühlakkus o.ä. verwenden. Wedeln Sie ihm leicht etwas Luft zu, aber achten Sie gleichzeitig darauf, dass es keinen Zug bekommt.. Geben Sie ihm 2, 3 Kügelchen Rescue (Bach-Blüte als Globoli) direkt ins Mäulchen oder befeuchten Sie ihm vorsichtig mit den in Wasser aufgelösten Rescue-Globolis das Mäulchen. EFFORTIL (nicht forte!), (Präparat für Menschen - Apotheke) sollte in jedem Chinchilla-Haushalt vorhanden sein! Hier geben Sie 1 Tropfen direkt ins Mäulchen. Lässt Ihr Chin dies nicht zu bzw. läuft das Medikament wieder raus, nehmen Sie eine Spritze ohne Kanüle, ziehen Sie 1,2 Tropfen Effortil auf und füllen Sie die Spritze mit 1ml handwarmen Wasser auf. Die Spritze wird seitlich hinter die Vorderzähne ins Mäulchen gehalten. Seien Sie sehr vorsichtig und spritzen Sie langsam, damit das Wasser nicht in die Luftröhre gelangt. Nach einigen Minuten sollte sich der Zustand etwas bessern und die Atmung sollte ruhiger werden, ansonsten nach ca. 30min wiederholen. Legen Sie um das Tier herum feuchte Tücher, dies kühlt noch ein wenig zusätzlich.

Haben Sie keine dieser Erste-Hilfe-Maßnahmen Zuhause, haben Sie eigentlich nur noch die Chance, auf dem schnellsten Wege zum nächsten Tierarzt zu fahren. Melden Sie an der Anmeldung, dass es sich um einen Hitzschlag handelt, Ihr Tier wird somit sofort und ohne Wartezeit behandelt. Allerdings wird es Ihnen vermutlich passieren, dass das Tier diesen Stress dann nicht mehr überleben wird (in Transportbox, Autofahrt usw.).

Somit kann ich nur appellieren: Spendieren Sie dem Chinzimmer eine mobile Klimaanlage und haben Sie immer eine gut sortierte Chinchilla-Apotheke Zuhause.

Wie vermeiden Sie einen Hitzschlag?
- Vermeidung von Temperaturen in der Wohnung von über 24 Grad durch:
         - Aufstellen des Käfigs an einem schattigen kühlen Ort, wie z.B. in der Wohnung auf Nord- bzw. Ostseiten.
         - Aufstellen einer mobilen Klimaanlage.
         - Verdunkeln des Chinchilla-Zimmers durch Jalusien, Gardinen o.ä., also alles tun, damit die Sonnenstrahlen und ein wenig
           Hitze draußen bleibt. Bei Balkon am Chinchilla-Zimmer wirken weiße Sonnensegel “Wunder” plus zusätzliche große
           Sonnenschirme.
- Auslauf während der Hitzeperiode vermeiden. Chinchillas überschätzen sich und ihren Kreislauf.
- Notwendige Transporte nur klimatisiert und in die Abend- bzw. Nachtstunden verlegen.
- An sehr heißen Tagen prophylaktisch 1, 2 Rescue-Globolis pro Tier verabreichen. Schaden können Sie mit Bach-Blüten auf gar
  keinen Fall.
- Legen Sie den Chinchillas zur Erholung Weinlagersteine und/oder Schieferplatten o.ä. in den Käfig - natürlich nicht noch extra
  gekühlt! Dies ersetzt auf keinen Fall die Klimaanlage bei Temperaturen bei über 24 Grad, wird von den Tieren jedoch gerade
  im Sommer sehr gerne als Schlafmöglichkeit angenommen.
KerstinK

Theolinchen, die Geschichte, wie er einen Hitzschlag überstanden hat (18.07.2007)
5.30 Uhr - Wecker klingelt, aufstehen, nach den Tieren sehen. Alle munter, bis auf Theo. Er liegt im Käfig unten, Ohren an den Körper, Türchen auf, ihn angefasst, Theo fällt um. Ok, Türchen zu, Effortil, Rescue, Spritze geschnappt, Theo geschnappt, Effortiltropfen, Rescue, alles rein in den kleinen Kerl, zum Ausruhen auf die Couch gesetzt, gewartet, gehofft, gebangt, vorsichtig Luft zugewedelt

6.00 Uhr - Theo will ein Stückchen laufen, fällt aber um. Effortil in Wasserspritze, ab ins Mäulchen damit. Wehren hilft nix, das muss. Nun liegt er platt auf mir, ich lass ihn liegen, obwohl die Wärme von mir ja nicht förderlich ist....

6.15 Uhr - die Atmung wird ruhiger, der Schwanz hebt sich leicht, er will sich bewegen, schaffts aber noch nicht, fällt zur Seite

6.30 Uhr - Theo beginnt 3,4 Schritte zu laufen, fällt NICHT mehr um. Ich setze ihn zurück in den Käfig, Taps kommt runter zu ihm, sie knutschen vorsichtig

7.00 Uhr - Theo beginnt zu fressen, Gänseblümchen, Kaktusfeige, ausnahmsweise eine Rosine... Taps kommt wieder zu ihm und frisst mit

7.15 Uhr - Theo läuft ein Brett hoch und steigt in den Tonschuh, badet ausgiebig, schläft drin. Nach einer Weile gehe ich schauen, da sagt er zu mir: "Kannst gehen". (Erläuterung: Ich befasse mich mit mit Tierkommunikation)

7.30 Uhr - Taps macht sich Sorgen. Ich bitte ihn, mal gaaanz vorsichtig nach Theo zu schauen, was er auch macht. Scheint alles ok, kein besorgtes Gesicht von Taps und er tapst wieder nach oben und schläft weiter

7.50 Uhr - Theo wacht auf, klettert vorsichtig im unteren Teil des Käfigs rum, die Öhrchen stehen wieder da, wo sie hingehören, er hat einen wachen Blick, hopst grad wieder ins Sandbad, schläft weiter

Ich denke, Frauchen kann ich so langsam aufmachen Richtung Arbeit.

Als ich nach der Arbeit nach Hause kam, begrüßte mich ein völlig genesener Theo. Meine Klimaanlage beginnt zwar schon bald zu kochen von den langen Betriebszeiten, aber Hauptsache, sie kühlt...ich sage mal, Theolinchen hat richtig Glück gehabt.
KerstinK

Puuh, ist das heiß hier….
oder warum Chinchillas so schnell einem Hitzetod erliegen
Chinchillas sind sehr anfällig, was die Gefahren eines Hitzschlages betrifft.

Im Sommer sollte man darum immer darauf achten, dass der Käfig in einer möglichst kühlen schattigen Ecke des Zimmers steht, und dass die Tiere erst in den kühlen Abendstunden Auslauf bekommen, bei enormer Hitze lieber komplett auf Auslauf verzichten. Während des Auslaufs ist darauf zu achten, dass sie sich nicht zu sehr verausgaben, lieber also etwas kürzer und dafür täglich laufen lassen, als nur einmal die Woche und dann drei Stunden am Stück, denn sonst besteht die Gefahr, dass sie sich selbst durch das Toben zu schnell aufheizen und auch hier wiederum einen Hitzschlag erleiden.

Aber warum sind Chinchillas so Hitzschlag-anfällig?
Nun, zunächst sei zu bemerken, dass Chinchillas nicht mit Hilfe von Schweißdrüsen schwitzen (Fachsprache: sensible Perspiration), sie besitzen einfach keine. Erkennbar wird dieser Fakt, wenn man das seidige Fell des Chinchillas betrachtet. Dieses dient ihnen im Hochgebirge der Anden, ihrem Herkunftsort, als Schutz vor der dort herrschenden Kälte, es ist sehr fein, und ob der klimatischen Bedingungen, nicht Wasser abweisend. Im Gegensatz zu uns Menschen, sind ihre Haare nicht selbstfettend, würden also eindringende Feuchtigkeit aufsaugen wie ein Schwamm und ohne anschließende Fellpflege durch den Menschen bspw. kämmen, verfilzen. Ein Grund, warum man Chinchillas nicht nass werden lassen sollte.

Chinchillas verfolgen also andere Taktiken um sich etwas Kühlung zu verschaffen. Liegt die Umgebungstemperatur unter der Körpertemperatur des Chinchillas (ca. 37,2 - 38,5°C) wird es zunächst versuchen, überschüssige Wärme durch Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Wärmetransport (durch Luftbewegung oder Bewegungen des Blutkreislaufs) abzugeben. Dies lässt sich bei hell-ohrigen Chinchillas oft sehr gut beobachten, die Blutgefäße werden optisch dicker, da die Durchblutung gesteigert wird, und die Ohren der Chinchillas werden leicht bis stark rötlich. Um effektiv etwas Wärme abzugeben, wird sich das Chinchilla nun möglichst platt auf den Boden/ein Sitzbrett legen (weitere Wärmeabgabe an den Untergrund) und versuchen das Körperfell möglichst dich anzulegen. Das Anlegen des Felles verringert die isolierende Luftschicht, Wärme kann besser abgegeben werden und staut sich nicht mehr so sehr.

Steigt die Umgebungstemperatur an, eventuell sogar über die Körpertemperatur des Chinchillas, reichen die oben genannten Möglichkeiten der Wärmeabgabe nicht mehr aus, und ein weiterer Effekt kommt zum tragen, die sog. evaporative Kühlung oder auch insensible Perspiration. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um die unmerkliche Abgabe von Wasser über die Haut. Da die Haut nicht zu 100% wasserdicht ist, kann sich ein mit dem bloßen Auge für gewöhnlich nicht sichtbarer Wasserfilm bilden, der anschließend verdunstet und so in geringem Maße für Abkühlung sorgt. Diese Abkühlung ist jedoch bei weitem nicht vergleichbar zur Abkühlung, die Menschen beim Schwitzen mit Hilfe von Schweißdrüsen erfahren. Nicht nur, dass diese Art der Abkühlung nicht so effektiv ist, wie die durch sensible Perspiration, sie vollzieht sich auch deutlich langsamer und in einem wesentlich geringerem Rahmen.

Steigt die Umgebungstemperatur also weiter an, befindet sich das Chinchilla in einem Käfig, welcher praller Sonne ausgesetzt ist oder in einer Transportbox in einem heißen Auto, so kommt sein kleiner Körper effektiv mit der Kühlung nicht nach. Die Folge davon ist, dass die Körpertemperatur ansteigt (nach tierärztlichen Informationen weit über 40°C!!), die Atmung erschwert ist und der Kreislauf droht zusammenzubrechen, das Chinchilla also einen akuten Hitzschlag erleidet und daran im schlimmsten Fall sogar stirbt.

Deshalb, transportieren Sie ihr Chinchilla NIEMALS im Hochsommer während heißer Stunden im Auto, warten Sie die kühlere Nacht ab, achten Sie darauf, dass der Käfig NIEMALS  in der prallen Sonne steht und sorgen Sie im Zweifelsfall sogar für eine Klimaanlage, beobachten Sie ihr Tier genau beim Auslauf und verkürzen oder streichen Sie diesen wenn nötig sogar!

Und vor allem: Sorgen sie IMMER dafür, dass das Chinchilla genügend frisches Wasser zur Verfügung hat und NIE bei einer Zimmertemperatur von 24 Grad gehalten wird!
Melanie