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Leserbriefe Vergesellschaftung

LESERFRAGEN ZUM THEMA

Stimmt es, dass man Chinchilla-Weibchen besser nicht zusammen in einem Käfig hält, da sie sich nicht vertragen würden? Das habe ich so erzählt bekommen.
Das stimmt so nicht. Wenn du 2 Tiere hast, die miteinander aufwachsen, bzw. ein Jungtier zu einem älteren Tier setzt, und die Chemie stimmt, dann verstehen sie sich - unabhängig vom Geschlecht - fast immer lebenslang. Eine Garantie gibt es bei Lebewesen natürlich nie (sonst gäbe es ja auch beim Menschen keine Scheidungen). Zu Spannungen kann es kommen, wenn du 2 Weibchen und ein Böckchen hältst, und ein Weibchen hat Nachwuchs und das andere nicht. Ich persönlich hatte da aber auch noch nie Probleme, wichtig ist hierbei dann eben ausreichend Platz, damit Mama und Babys sich auch mal zurückziehen können. Was dir da erzählt worden ist, ist vermutlich die Tatsache, das es fast unmöglich ist, 2 geschlechtsreife Weibchen zusammen zu setzen. Das bedarf einiger Erfahrung und viel Geduld, und trotzdem scheitert es oft. Das liegt daran, dass geschlechtsreife Weibchen sehr territorial veranlagt sind und andere Weibchen nicht in ihren Revier dulden. Bei Böckchen ist dieses Verhalten nicht ganz so ausgeprägt, wenn keine Weibchen in der Nähe sind, jedoch auch hier gibt es oft Probleme. Am einfachsten und für Mensch und Tier am stressfreiesten ist immer noch, wenn man einem erwachsenen Tier ein Baby beisetzt.
Angi

Hat man die Chance dass man zwei lange einzeln gehaltene ca.6-jährige Chinchillaböckchen(unkastriert)zusammensetzt ohne dass es anfangs möglicherweise gravierende Schwierigkeiten gibt und wenn ja gibt es irgendwelche Tricks dabei?
Wenn man sehr behutsam vorgeht und viel Geduld hat kann das durchaus gelingen. Es hängt aber natürlich auch und hauptsächlich vom Charakter der Tiere ab, also mach dir bitte nicht zu viel Hoffnung. Setze die Beiden erst mal in benachbarte Käfige mit einem Abstand, in dem sie sich beide noch wohl fühlen. Dann schiebst du die Käfige langsam immer näher - jeden oder jeden zweiten Tag ein paar Zenztimeter. Sobald einer der beiden nervös wird, musst du den alten Abstand wieder herstellen und warten, bis er sich wieder beruhigt hat. Nach 2, 3 Tagen kannst du dann wieder anfangen, die Käfige zusammen zu schieben. Stehen die Käfige nach mehreren Tagen oder Wochen schließlich Gitter an Gitter und alles bleibt ruhig, dann kannst du die Beiden in den Käfigen tauschen. Tausche sie jeden Abend hin und her, wobei das Inventar (inkl. Sand) jeweils im Käfig verbleibt. Anfänglich werden sich beide darüber aufregen, sie werden entweder verängstigt oder mit übersteigertem Machogehabe (markieren) reagieren. Von Abend zu Abend werdn sie den Tausch aber lockerer sehen, da sich der Geruch angleicht. Wenn es ihnen gar nichts mehr ausmacht ist der große tag gekommen: sie bekommen gemeinsam Auslauf - in einem Zimmer, das Beide noch nicht kennen. Bitte beobachte genau, wie sie aufeinander reagieren und trenne sie sofort wieder, wenn du merkst, dass sich da Aggressionen aufstauen. Melde dich bitte nach der ersten Begegnung mit einer detaillierten wieder.

Achte in der Zeit der Annäherung darauf, dass sie sich beim Auslauf nicht durchs Gitter beschnuppern, denn evtl. kommt es da zu Aggressivitäten (z.B. abgebissene Zehen, blutige Nase), die dann eine unüberbrückbare Kluft darstellen.
Angi

Ich habe seit Mitte April ein mittlerweile einjähriges Chin-Böckchen. Er soll jetzt ein Mädchen zur Gesellschaft bekommen. Wie alt sollte das Chin sein, wenn es von der Mutter weggenommen wird?
Prinzipiell dürfen Chins mit ca. 12 Wochen von den Eltern weg, denn erst da sind sie ausreichend sozialisiert. Alles andere ist zu früh. Wenn du ein Babyböckchen zu deinem Süßen setzen möchtest, dann ist das auch das passende Alter für eine Vergesellschaftung (Babys werden am leichtesten akzeptiert). Wenn du dich jedoch auf ein Mädchen festgelegt hast, würde ich dir zu einem älteren Tier raten. Da dein Böckchen mit seinem jahr schon mehrere Monate geschlechtsreif ist, würde er die Kleine nur bedrängen und verängstigen. Außerdem würde sie unweigerlich während ihrer ersten Hitze gedeckt werden (mit 4 - 6 Monaten), was eindeutig zu früh ist. Schwangerschaften vor 1 Jahr sind für Mutte rund Kinder lebensgefährlich und daher nicht zu verantworten. Du müsstest die Kleine also mind. 9 Monate getrennt halten, was für ein Jungtier absolut schlecht ist (sie brauchen dringend Sozialkontakte). Hobbyüchter handhaben es meist so, dass sie ihre Weibchen ca. 1 Jahr lang gleichgeschlechtlich halten und dann ein junges Böckchen dazu setzen - aber das kommt für dich wohl kaum in Frage. Wenn du also wirklich Nachwuchs möchtest, dann entscheide dich am besten für ein 1 - 2 jähriges Weibchen (oder älter, dann sollte sie aber schon Babys gehabt haben).
Angi

Zusammenführung zweier älterer Chinchilla-Damen: Der einen, Mimi (ca. 6), ist vor kurzem ihr Partner verstorben (beide waren etwa fünf Jahre zusammen). Ich will sie nun mit einer zweiten Chinchilla-Dame aus der Pflegestelle zusammenbringen, die durch falsche Haltungsbedingungen so gestört war, dass sie sich ihren eigenen Schwanz abgenagt hat (es ist noch ein Rest geblieben, der ist jetzt verheilt). Nach ca. vier Wochen "Sichtkontakt" von Käfig zu Käfig möchte besonders Mimi der neuen Mitbewohnerin am liebsten an die Kehle. Ich will es jetzt mit der Kleinen-Kiste-Methode versuchen. Gibts da noch irgendwelche Tricks oder etwas, was ich beachten muss???
Bitte mach das auf gar keinen Fall. Wenn sie sich schon beim Sichtkontakt an die Kehle wollen, würden sei sich bei einer Konfrontation auf engstem Raum ganz schnell gegenseitig verletzen oder sogar tot beissen. Die Vergesellschaftung von 2 geschlechtsreifen Weibchen erfordert sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl und ist nur in den seltensten Fällen überhaupt möglich. Wenn die Beiden sich schon von Käfig zu Käfig spinnefeind sind, sieht das nicht all zu toll aus. Bitte mache die letzten Chancen nicht noch durch überstürztes Handeln zunichte. Vergrößere den Abstand zwischen den beiden Käfigen, bis sie sich nicht mehr voneinander gestört fühlen. Mimis Problem zur Zeit ist, dass da ein fremdes Chin in IHREM Territorium ist. Wenn ihr "Gebiet" eingehalten wird, wird sie sich beruhigen. Nach ein paar Tagen kannst du dann beginnen, die Käfige Zentimeter für Zentimeter zusammen zu rücken. Jeden Tag max. 5 cm. Sobald eine der Beiden sich wieder aufregt - Schritt zurück und paar Tage pausieren. So kann das mehrere Wochen dauern, bis die beiden Kontrahentinen sich schließlich mit der Anwesenheit der jeweils anderen abgefunden haben, ist aber die stressfreieste Methode und auch die erfolgsversprechendste. Wenn sie dann Gitter an Gitter stehen und alles bleibt ruhig, kannst du
einen gemeinsamen Auslauf auf neutralem Gebiet (einen kleinen Raum, den beide noch nicht kennen, z.B. Küche, Flur, Bad, Versteckmöglichkeiten verbarrikadieren) wagen. Melde dich dann bitte noch mal, wie sie aufeinander reagiert haben. Und breche den Auslauf auf jeden Fall ab, BEVOR Aggressionen aufkommen.
Angi

Ich habe ein 6 jähriges Chinchilla Böckchen, und um seine Einsamkeit zu bekämpfen bekam er eine Partnerin die jetzt 3 Monate alt ist. Kommen wir zum Punkt: Sie verstehen sich nicht besonders. Ich bin jetzt am 2 Tag meiner Zusammengewöhnung. Laut meiner Literatur sieht es momentan nicht besonders rosig zwischen den beiden aus.
Nach so einem langen Junggesellendasein braucht Dein Böckchen Zeit, sich an die veränderten Umstände zu gewöhnen. Wahrscheinlich weiß er gar nicht, was das mit dem Weibchen soll (er kennt ja keine Weibchen), sondern sieht in ihr einfach einen Eindringling in sein Revier (= Deine Wohnung). Stell darum das Weibchen erst mal in einem separaten Käfig neben den seinen, so dass sie sich sehen und riechen können. Achte darauf, dass der Abstand groß genug ist, dass sie nicht durchs Gitter hindurch beißen können. Nach ein paar Tagen dürfte sich das Fauchen und Keifen von Käfig zu Käfig nachlassen. das ist das Zeichen dafür, dass dein Boeckchen sich an den Eindringling gewöhnt hat. Nun kannst du zu Phase 2 des Verpaarens übergehen. Lasse die beiden jeden abend ein paar Stunden gemeinsam laufen, am besten in einem Raum, den keiner von Beiden vorher kennengelernt hat, so vermeidest du, dass einer das Heimrecht hat. Zuerst werden sie sich aus dem Weg gehen und wenn sie aufeinander treffen, fliegen die Fetzen. Greif nicht gleich ein, wenn mal ein paar Fellbüschel fliegen, das sieht nur nach viel aus (aus einer Haarwurzel wachsen ca. 60 Haare), macht aber gar nichts. Schmerzen hat das Tier auch nicht, denn die Haare werden ihnen nicht ausgerissen, sondern sie werfen sie vielmehr ab. Nur wenn es wirklich zu Beißereien kommt, bei denen Blut fließt, solltest du eingreifen (dann kannst du auch das Verpaaren als gescheitert betrachten). Normalerweise gewöhnen sich die Tiere recht rasch aneinander und werden sich gegenseitig akzeptieren und tolerieren. Zuerst, indem sie einen Bogen um das andere machen, später treibt sie dann die Neugier immer wieder zusammen. Nun kannst du mit Phase 3 beginnen, in dem du die Tiere täglich nach dem Auslauf in den jeweiligen Käfig des Anderen setzt. Durch das tägliche Tauschen der Käfige vermischt sich der Geruch der Beiden, bis sie schließlich gleich duften. Natürlich kannst du auch täglich das Streu der Käfige tauschen, das macht aber bei weitem mehr Mühe, wie das Tier in den jeweils anderen Käfig zu setzten. Außerdem hat so kein Tier mehr Heimrecht in einem der Käfige, du sparst dir das Desinfizieren des Käfigs von dem Zusammensetzen. Eine weitere Möglichkeit ist übrigens, dass du die Tiere täglich mit dem Spreu aus der Pipiecke des anderen Tieres abreibst.

Nach einiger Zeit wirst du bemerken, dass die Tiere beim Auslauf immer mehr zusammensitzen, gemeinsam Blödsinn machen, das Männchen besteigt das Weibchen zu Trockenübungen,....,.... Nun ist es an der Zeit, die Beiden nach dem Auslauf in einen gemeinsamen Käfig zu setzen. Dieser sollte frisch gereinigt sein, ausreichend groß (bei zwei Tieren mind. 0,5 qm Grundfläche, 1 m Höhe) und genügend Rückzugsmöglichkeiten bieten (mind. 2 Häuschen). Wenn möglich, verpaare die Beiden an einem Wochenende, so dass du die Nacht über aufpassen kannst. Beobachte ihr Verhalten und lass sie auf gar keinen Fall unbeaufsichtigt. Erst wenn sie zusammen aus einem Napf fressen und aneinandergekuschelt schlafen, ist die Gefahr vorbei. Sollte sich in den Morgenstunden jeder in ein eigenes Häuschen zurückziehen, trenne sie lieber wieder bevor du ins Bett gehst und versuch es am nächsten Abend erneut.

Wenn das Verpaaren geklappt hat, solltest du die beiden ca. 3 Tage nicht laufen lassen, sie müssen sich erst ans Zusammenleben gewöhnen. Nach 3 Tagen ist dann aber auch nach dem Auslauf kein Zoff bei der Rückkehr in den Käfig mehr u erwarten.
Angi

Ich habe jetzt seit fast drei Jahren ein Chinchilla-Männchen. Jetzt habe ich mir überlegt, ob ich ihn ein Weibchen dazu kaufen soll. Ich weiß aber nicht, wie ich sie zusammenbringen kann. Ich habe schon oft gehört, dass das schwer ist.

Da dein Böckchen schon etwas älter ist, ist es nicht gut, wenn du ein Jungtier von einem Züchter oder Händler dazu nimmst. Er würde sie gleich in ihrer ersten Hitze decken und das wäre gefährlich für die kleine Maus. Besser ist, du schaust dir nach einem etwas älteren Weibchen - optimal wäre eine 1 - 2 jährige Dame. Sollte sie älter als 2 sein, sollte sie schon Babys gehabt haben. Ältere Weibchen findest du über Kleinanzeigen (Sperrmüll, zweite Hand, Flohmarkt, Avis) oder im Tierheim.

Anfänglich solltest du mit 2 Käfigen arbeiten. Stelle beide Käfige täglich ein Stückchen näher zueinander (gerade so viel, das keiner der Beiden sich aufregt), bis sie schließlich ganz eng beieinander stehen. Ist bis dahin dann alles friedlich, dürfen sie mal gemeinsam laufen - am besten in einem neutralen Raum. Der Auslauf wird immer dann beendet, wenn es noch friedlich ist, und nach dem Auslauf kommt jeder in den Käfig des anderen. So vereinheitlicht sich der Geruch und keiner hat mehr das Heimrecht in einem der Käfige. Nach einigen Tagen (oder Wochen) des Käfigstauschens wird sie dann hitzig werden - das ist die passende Zeit, um die Beiden zusammen zu stecken. Es wird dann zwar noch ein bißchen turbulent zugehen, aber nach den Tagen der Hitze hast du ein süßes Pärchen zusammen sitzen und 111 Tage später dann auch süße, kleine Babys.
Angi

Wir haben ein Pärchen mit Sohn. Da sich aber Vater und Sohn dauernt um das Weibchen streiten, haben wir sie getrennt. Damit Sammy, der Sohn, sich nicht so allein fühlt, haben wir ihm eine Freundin besorgt, sie ist 8 Wochen und Sammy 7 Monate. Wir haben sie in getrennten Käfigen nebeneinander gestellt, damit sie sich langsam kennen lernen. Jetzt haben wir sie zusammen laufen lassen und sie gehen sofort aufeinander los und dabei fängt sie meist an.

Dass sich 2 Böckchen streiten, wenn ein oder mehrere Weibchen in der Nähe ist/sind, ist normal. In freier Wildbahn lebt auch immer nur 1 Böckchen mit mehreren Weibchen zusammen, männliche Nachkommen werden, sobald sie geschlechtsreif sind, vom Vater durch Bisse vertrieben. Das ist auch wichtig so, da es sonst zu Inzucht kommen würde, wodurch die Gruppe geschwächt werden würde.

Bei dir hat sich also was völlig normales abgespielt, nämlich das der Vater den Sohn mit Erreichen der Geschlechtsreife (ca. 4 - 5 Monate) vertreiben wollte. Wenn du sie nicht getrennt hättest, hätte der Vater seinen Sohn früher oder später tot gebissen (oder umgekehrt). Ich hoffe, in den 2, 3 Monaten, seit der Kleine geschlechtsreif ist, hatte er noch keine Gelegenheit, die Mama zu decken. Merke dir für die Zukunft, das Böckchen mit 12 - 16 Wochen und Weibchen mit 12 - 20 Wochen unbedingt von den Eltern und andersgeschlechtlichen Geschwistern getrennt werden müssen!!!!!

Dass dein junges Weibchen sich gegen dein Böckchen stellt, hat nichts mit Aggressivität zu tun, sie hat einfach nur Angst. Sie ist noch viel zu jung und gehört eigentlich zu den Eltern oder zumindest zu ihren Geschwistern in den Familienverband. Mit 8 Wochen ist sie zwar abgesetzt (vermutlich, manche trinken auch mit 10 Wochen noch bei Mami - kontrolliere in nächster Zeit täglich das Gewicht, falls sie abnimmt, musst du zufüttern!), aber noch nicht sozialisiert (Sozialisierungsphase 8. - 12.te Woche). Sie hat einfach nicht gelernt, mit anderen Chins Kontakt aufzunehmen, ohne sich durch ihr Babyquitschen schützen zu können. Optimal wäre es, wenn du sie mit einem anderen Baby zusammen setzen könntest, das sozialisiert ist (ca. 12 Wochen alt). Von ihm könnte sie lernen.

Für dein Böckchen ist die Kleine keine geeignete Partnerin, da er mit 7 Monaten bereits voll zeugungsfähig ist und dies bei einem Weibchen auch beweisen wird. Ein Weibchen hingegen sollte erst mit ca. 1 Jahr gedeckt werden, da sie dann erst ausgewachsen ist. Wird sie während der Wachstumsphase gedeckt, sind Komplikationen, während der Schwangerschaft (Verwerfen), bei der Geburt (Geburtskanal zu eng) oder bei der Aufzucht (Milchmangel) bereits vorprogrammiert. Oftmals hört auch die Mama auf zu wachsen, um genügend Energie für das wachsende Leben in ihr aufbringen zu können und bleibt für den Rest ihres Lebens klein und kränklich. Für dein Böckchen solltest du also besser ein ca. 1-jähriges Weibchen besorgen, mit ihr wird er sich auch sehr schnell verstehen (spätestens, wenn sie hitzig ist).

Solltest du keine weiteren Chins aufnehmen können, kannst du noch versuchen, das kleine Weibchen zurück zu geben (verantwortungsbewußte Hobbyzüchter machen das ... aber die hätten auch so ein junges Weibchen nicht abgegeben, erst recht nicht, zu einem älteren Böckchen), ansonsten wirst du wohl die Haltung in 2 Käfigen zumindest vorerst beibehalten müssen. Auch der Auslauf sollte vorerst getrennt erfolgen, damit sie nicht noch mehr Angst bekommt. Wahrscheinlich werden die Beiden sich nach und nach aneinander gewöhnen (kann mehrere Monate dauern), dann können sie unter Aufsicht zusammen laufen. Zusammen setzen solltest du sie erst, wenn die Kleine 1 Jahr alt ist und nichts gegen eine Trächtigkeit spricht.
Angi

Wir haben ein neues Chinchillaweibchen bekommen 6 Monate. Nun versteht es sich aber nicht mit unserem Weibchen 1 Jahr alt. Unser Weibchen hat das neue gleich durch den ganzen Käfig gejagt so das das Fell flog. Wir halten das ältere Chin mit seinem Partner und den gemeinsamen Babys (4 Wochen alt). Bestimmt ist es eifersüchtig! Unsere Frage ist gibt es eine Möglichkeit, dass die zwei irgenwie zueinanderfinden können?
Euer älteres Weibchen verhält sich nicht aus Eifersucht so abweisende gegenüber dem Neuzugang, sondern sie will ihr Territorium und ihre Babys schützen. Haltet die Kleine zumindest so lange getrennt in einem separaten Käfig, bis die Babys abgesetzt sind und in einem eigenen Käfig sitzen. In dieser Zeit könnt ihr die beiden Käfige schon täglich ein Stückchen näher zusammen stellen, bis sie schließlich Gitter an Gitter stehen. So können sich die Tiere an die Existenz der Neuen gewöhnen. Wenn dann die Babys weg sind und auch von Gitter zu Gitter weder gefaucht noch gemeckert wird, könnt ihr mal versuchen, die beiden Weibchen auf neutralem Grund und Boden zusammen laufen zu lassen. Beobachtet genau, wie sie sich verhalten und meldet euch dann noch mal.
Angi

Wir haben ein ca. 5 Jahre altes Chinchilla bekommen, das bisher immer alleine gehalten wurde. Wir überlegen ihr eine Gesellschaft zu kaufen. Über ihrem Käfig steht ein Käfig mit einer Rennmaus. Sollte man es jetzt wagen, während man sich mit ihr beschäftigt, einen Blick in den Mauskäfig zu werfen, zieht sie sich sofort auf einen ihrer Schmollplätze zurück. Ihre Eifersucht führte so weit, dass sie meine Freundin 2 Tage keines Blickes würdigte (Sie drehte sich um, sobald sie an den Käfig kam) nachdem sie mich vor dem Käfig umarmt hatte. Könnte sie sich überhaupt damit abfinden, wenn es jetzt ein zweites Chinchilla geben würde. Oder müssten wir befürchten, dass sie das zweite Chinchilla beißen würde?
Solche Eifersüchteleien sind ganz natürlich, wenn das Chinchi alleine gehalten wird. Es hat Deine Freundin als Partnerin akzeptiert und mag es nicht, wenn diese "fremdgeht". Mit einem eigenen Partner ist anzunehmen, dass sich diese Eifersucht bessert oder sogar ganz legt. Allerdings ist es nicht sicher, dass das Chin noch einen Partner akzeptiert. Manche Chins, die lange allein waren, sind eingefleischte Junggesellen, da kann man gar nichts machen. Ein Versuch ist es allerdings wert. Am leichtesten wird es sein, wenn ihr euch für ein Böckchen als 2. Chinchilla entscheidet. Wenn ihr sie dann vorsichtig aneinander gewöhnt, indem ihr sie zuerst mal in benachbarten Käfigen unterbringt, dann, wenn sie sich nicht durchs Gitter hindurch ankeifern, täglich gemeinsam laufen lasst und schließlich, wenn der gemeinsame Auslauf ohne Zoff bewältigt wird, das Weibchen zum Männchen setzt (nicht umgekehrt, wenn sie ein paar Tage zusammen sitzen und sich gut vertragen könnt ihr sie immer noch zurück in den gründlich gereinigten, desinfizierten großen Käfig setzen. Territorialverhalten!!!), am besten, wenn sie hitzig ist, dürfte es eigentlich klappen. Ansonsten probiert es in der nächsten Hitze wieder.
Angi

Ich habe 2 Böckchen in einer riesigen Chinchilla-Villa. Sie sind fast 2 Jahre und die Haltung klappt prima. Jetzt hat sie seit Sonntag ein 3. Böckchen von 8 Wochen dabei. Zur Zeit sieht es so aus, dass die 2 alten den neuen mal jagen, aber auch umgekehrt. Der Kleine beißt sie auch in die Nase, wenns ihm zu Nah wird! Nun suchen wir nach Tipps und Erfahrungen einer solchen Konstellation. Wie lange sollte man abwarten und den Tieren Zeit geben?
Mit 8 Wochen ist der Kleine viel zu früh von der Mama getrennt worden. Vermutlich war er noch nicht mal völlig abgesetzt, und ganz bestimmt ist er nicht sonderlich gut sozialisiert (ein säugendes Baby hat Narrenfreiheit, erst anschließend beginnt die Sozialisierungsphase). Er hat Angst vor den beiden Großen und weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Also beißt er aus lauter Angst um sich. Und die Großen wollen den Eindringling in ihrem Gebiet verjagen, denn er hat da nichts verloren. Tja .... am besten wäre es natürlich, ihr könntet den Kleinen noch mal für 4 Wochen der Mama unterschieben, aber da ist fraglich, ob sie ihn noch annimmt, da er jetzt anders riecht. Die zweitbeste Möglichkeit ist daher, ihn in einen separaten Käfig zu setzen und ihn zur Ruhe kommen zu lassen. Die beiden Käfige sollten in Sichtweite stehen, und ihr könnt sie täglich ein Stückchen zusammen schieben, wenn keiner der 3 Süßen sich darüber aufregt. Wenn einer nervös wird, müssen die Käfige sofort wieder auseinander und ihr müsst 2 Tage Pause machen und dann wieder ein Stückchen näher schieben. Irgendwann habt ihr dann die Käfige nebeneinander stehen und wenn alles friedlich bleibt, kannst du davon ausgehen, dass die beiden Großen sich mit der Existenz des Kleinen abgefunden haben. Dann ist es Zeit für einen gemeinsamen Auslauf auf neutralem Boden .... am besten in einem Zimmer, das keiner der Drei vorher schon mal gesehen hat. Der erste gemeinsame Auslauf sollte enden, sobald es wieder Zoff gibt oder sonst nach ca. 15 Minuten. Wenn du so weit bist, schreib mir noch mal und erzähle deine Beobachtungen beim ersten Auslauf.
Angi

Ich hab einen sehr sehr großen Käfig mit einem Chinpärchen, was seit der Geburt zusammen ist, sie sind beide ca. 4 jahre alt und seit nun fast 3 Jahren in meinen Händen. allerdings sind es keine Geschwister, sie liegen eine Woche mit der Geburt auseinander und sind von einem ehemaligen Züchter. Jetzt würde ich gerne noch ein Pärchen aus dem Tierheim holen und dafür den Käfig halbieren, bis sie sich aneinander gewöhnt haben. Klappt es erfahrungsgemäß 2 Pärchen an einander zu gewöhnen??
Leider sind die Chins sehr territorial veranlagt, so dass es fast nie funktioniert, 2 geschlechtsreife Tiere des gleichen Geschlechts zusammen zu bringen. Und 2 geschlechtsreife Böckchen vertragen sich auch nur selten, wenn Weibchen im gleichen Käfig sind, so dass es auch nichts nützt, wenn du ein junges Pärchen dazu nimmst. Du hast eigentlich nur die Möglichkeit, ein oder mehrere junge Weibchen (max. 16 Wochen alt) dazu zu setzen .... und die wirst du im Tierheim kaum bekommen. Entweder wendest du dich an einen Züchter und holst dir dort 2 Baby-Weibchen, oder, wenn es Tiere aus dem Tierheim sein sollen, richtest du dich darauf ein, den Käfig dauerhaft unterteilt zu lassen (wenn er groß genug ist), bzw. einen zweiten Käfig zu stellen. Sollte es dann wieder Erwarten doch klappen, dass sie sich vertragen, ist es ja um so schöner;-)
Angi

Ich habe zwei 4 Monate alte Chin-Mädels. Mir wars aber so, dass ich mehrfach gelesen habe, dass eine evtl. Schwangerschaft nicht vor 8 Monaten passieren sollte. Und das machte mich etwas stutzig. Findest du, dass es richtig ist, 4 Monate alte Chin-Mädels mit älteren Böcken zu vergesellschaften? Man sagte mir, je früher, desto besser klappt die Verpaarung.
Ich möchte dir dringend von einer so frühen Vergesellschaftung abraten, denn das hätte unweigerlich eine sehr frühe Trächtigkeit zur Folge. Ein älteres Böckchen lässt sich, wenn er ein hitziges Weibchen riecht, garantiert nicht von ihrem zarten Alter vom Deckakt abhalten, und eine zu frühe Schwangerschaft ist gesundheitsschädlich und sogar lebensgefährlich für die werdende Mama (dazu später
mehr). Das Motto "je früher, desto besser" gilt eigentlich nur bei gleichgeschlechtlichen Verpaarungen, ebenso kann man ein junges Böckchen zu einem oder mehreren älteren Weibchen setzen (da müssen dann noch andere Punkte berücksichtigt werden). Zu einem älteren Böckchen dagegen würde ich immer nur "ältere" Weibchen setzen, und zwar zu einem Böckchen, das noch keinen Nachwuchs gezeugt hat, ein 1 - 2 Jahre altes Weibchen, das auch noch keine Babys hatte, und zu einem Bock, der schon mal eine Partnerin hatte, ein mind. 1 Jahr altes Weibchen, das auch schon Babys hatte. So sind die wenigsten Probleme zu erwarten. Wenn du jetzt mehrere junge Weibchen bekommst, setze sie zusammen, halte sie aber von deinem Böckchen getrennt. Er freut sich auch über Gesellschaft im Nachbarkäfig, und beim gemeinsamen Auslauf (natürlich nur, wenn keines der Weibchen hitzig ist) kann er die Damen auch schon mal näher beschnuppern. In die Damengruppe integrieren solltest du ihn aber erst, wenn auch die jüngste Dame 1 Jahr alt ist. 1 Jahr ist deswegen die Grenze, weil ein Chin mit ca. 1 Jahr ausgewachsen ist. Vorher braucht der Körper alle Energie um zu wachsen, und wenn während des Wachstums eine Schwangerschaft dazu kommt, muss der Körper sich "entscheiden", ob er selbst weiter wächst oder ob er die Babys wachsen lässt. Sterben die Babys aufgrund dieser "Entscheidung" ab, muss die werdende Mama die abgestorbenen Föten resorbieren, was u.a. zu einer tödlich verlaufenden Schwangerschaftsvergiftung führen kann. Wenn statt dessen der Körper einfach aufhört zu wachsen, sind Probleme bei der Geburt und Aufzucht fast schon vorprogrammiert. Die Mutter hat sämtliche Energie für ihre Babys verwendet, ist selbst abgemagert bis auf die Knochen und hat keine Kraft für die Geburt und keine Abwehrstoffe. Außerdem ist der Geburtskanal ist nicht voll entwickelt und es besteht die Gefahr, das die Babys stecken bleiben und sterben. Ist nicht gleich ein Tierarzt helfend zur Hand, stirbt die Mutter oftmals mit. Wenn die Geburt gut geht und die Babys gesund zur Welt gekommen sind, hat man oft das Problem, das die Babys untergewichtig (wie die Mama) sind und trotz Zufütterung bald sterben. Außerdem haben ganz junge Mütter oftmals keine oder zu wenig Milch (ebenfalls Folge der Unterernährung), so dass Zufütterung auch bei normalgewichtigen Babys notwendig ist - Tag und Nacht alle 2 Stunden (stressig!), bei einer Erfolgsquote von ca. 50 % (geringer, wenn die Babys zusätzlich untergewichtig sind). Die Mutter selbst erholt sich nur sehr schleppend von der Geburt und ist sehr infektionsgefährdet. Nur wenn sie nicht gleich wieder nachgedeckt wird, kann sie sich langsam von den Strapazen der Schwangerschaft erholen. Bis sie endlich normalgewichtig ist und ihr Immunsystem wieder voll intakt ist, können locker 1 - 3 Jahre vergehen (manche schaffen es auch nie), und dann ist sie evtl. zu alt für eine weitere Schwangerschaft (bei einem Tier ab 2 Jahren verknöchert der Geburtskanal, wenn er nicht mind. 1 x im Jahr "benutzt" wird). Lässt man sie vorher nochmals decken, wird man auf Ewigkeiten ein kleines, mageres, zu Infektionskrankheiten neigendes Tier haben, das auch garantiert nicht sehr alt wird.

Natürlich kann auch bei einer sehr jungen Mutter die Schwangerschaft, Geburt und Aufzucht bilderbuchmäßig verlaufen, mach dich also nicht unnötig verrückt, falls es durch einen Unfall mal zu einer solch frühen Schwangerschaft kommen sollte. Da man aber um die Gefahren weiß, sollte man meiner Meinung nach zumindest nicht bewusst auf eine solch frühe Schwangerschaft hin "arbeiten", indem man zu früh verpaart.

8 Monate ist übrigens der Kompromiss, den Züchter eingehen, die aus Kostengründen ein Tier nicht unnötig lange durchfüttern wollen. Mit 8 Monaten ist der Körper zwar noch nicht voll entwickelt, aber zumindest etwas stabiler und hat mind. 3/4 seiner endgültigen Größe/Gewicht erreicht, und bis die Babys 4 Monate später kommen ist auch der Geburtskanal fertig entwickelt. Die Schwangerschaft ist zwar immer noch stressiger für solch eine Teenie-Mama als für ein ausgewachsenes Tier, aber zumindest nicht mehr lebensgefährlich, und sie kann auch gleich nachgedeckt werden. Nach 3 - 5 Jahren sind diese Tiere allerdings verbraucht und müssen ausgemustert werden, ihre Lebenserwartung beträgt nur 10 - 12 Jahre. Da du ja nicht auf Profit aus bist, wäre es wirklich besser, die vollen 12 Monate zu warten - du hast dann länger Freude an deinen Tieren.
Angi

Seit ein paar Wochen sind meine beiden neuen Chinchillas Weibchen, die ich im Oktober mit 6 Monaten bekommen habe, sehr aggressiv zu meinem alten Chinchilla Weibchen. Sie drängen sie von Futter weg und beißen sie, so dass ich schon mit ihr beim Tierarzt in Behandlung bin. Sie sitzt z.Zt. im Einzelkäfig, den ich schnell kaufte, um sie vor weiter Attacken der Geschwistern zu schonen. Doch untereinander tun die Geschwister sich nichts. Bei Anfragen bei verschiedenen Tierärzten konnte man mir keine Antwort geben außer: "Geben sie die Geschwister am besten ab".
Deine beiden jungen Weibchen haben versucht, deinem älteren Weibchen die rangniedrigste Stellung in der Gruppe zuzuweisen (verdrängen vom Futter), bzw. wollten sie aus der Gruppe ausschließen und aus dem familieneigenen Territorium vertreiben (Bisse). Da ja alle 3 Tiere geschlechtsreif sind, hat das m.E. nichts mehr mit Rangordnungskämpfen zu tun, sondern da werden richtig schwere Geschütze aufgefahren. Du tatest gut daran, die 3 zu trennen, denn spätestens wenn Blut fließt, wird die Lage lebensgefährlich. Ich vermute mal, das du die 3 auch nicht wieder vereinen kannst, denn dazu ist die Situation schon zu sehr eskaliert. Warum deine beiden jungen Weibchen sich so verhalten, kann ich nur vermuten. Vermutlich ist dein älteres Weibchen krank, und die beiden Jungen folgen nur ihrem Instinkt. In freier Wildbahn ist es überlebenswichtig für die ganze Gruppe, das schwache und kranke Tiere verstoßen werden (werden durch Bisse vertrieben!), denn jede Gruppe ist nur so stark, wie das schwächste Mitglied. Ist dir an deinem älteren Weibchen irgendwas besonderes aufgefallen? Da die Chins sehr viel sensibler sind als wir Menschen, spüren die Beiden vielleicht schon viel eher, das da was mit ihr nicht stimmt. Hat sie evtl. in den letzten Wochen Gewicht verloren (vielleicht nur ein paar Gramm)? Frisst sie schlecht? Wurde in letzter Zeit mal eine Kotanalyse gemacht?
Angi

Vor zwei Jahren habe ich zwei weibliche Chinchilla aus dem Tierheim geholt. Im Dezember ist eines von ihnen gestorben. Da das andere nicht allein bleiben sollte, habe ich Anfang Januar ein junges Weibchen aus dem Tierheim dazugeholt. Ich habe vorab schon von Problemen bei der Vergesellschaftung gehört. Deshalb habe ich auch einen zweiten Käfig gekauft. Das neue Chinchilla kam aus einer Gruppe von vier weiblichen Tieren. Bis heute ist es mir nicht gelungen, dass beide zusammen ihren Freilauf im Zimmer bekommen können.

Mein älteres Chinchilla (Maggie), ca. 4 Jahre, ist sehr zurückhaltend, lieb und vor allem unheimlich sensibel. Das neue Chinchilla (Sweetie), ca. ein Jahr, ist das komplette Gegenteil. ein kleiner kontaktfreudiger Wirbelwind, zumindest Menschen gegenüber. Allerdings hat sie auch einen Knacks weg. Alle vier Tiere wurden von der Polizei sichergestellt. Manchmal hat sie urplötzlich Angst, ohne dass ein spezieller Grund erkennbar wäre. Eine unangenehme Eigenschaft, bestimmt auch für Maggie ist, dass sie immer angeflitzt kommt und erst kurz vorher stoppt. Nachdem ich Sweetie ca. eine Woche hatte, habe ich beide zusammen im Zimmer laufen lassen. Maggie ist mit lang gestrecktem Hals zu Sweetie, ganz langsam und freundlich. Sweetie ist gleich zu Maggie hingestürzt und Maggie ist geflüchtet. Sie ist gleich in ihren Käfig gerannt. Dann ging es wochenlang so, dass Maggie aus ihrem Käfig gekommen ist und dann gleich von Sweetie verfolgt wurde. Das ging zwei Zimmerrunden lang so und dann ist Maggie ungeschoren davongekommen und in ihren Käfig geflüchtet. Jeden Tag haben beide natürlich auch Einzelfreigang erhalten, um sich bewegen zu können. Dabei kommt Maggie an Sweeties Käfig. Beide habe sich anfänglich nur ein bisschen, später stärker durch die Gitterstäbe gehackt. Maggie verteidigt ihren Käfig nun sehr heftig. Dann fing die Zeit an, dass erst Maggie die Sweetie und dann sie sich gegenseitig angepullert haben. Das ist schon ziemlich ätzend. Allerdings hat das sich etwas gelegt. Naja. Die Hetzjagden von Sweetie gingen weiter und es flog nun auch Fell, wenn Sweetie Maggie eingeholt hat. Zwischenzeitlich haben sie sich auch gegenseitig gejagt und es flog auch ordentlich Fell. Inzwischen beißt Sweetie die Maggie aber auch bei den Keilereien (vielleicht ist es ja ein Fortschritt, dass Maggie sich nicht immer jagen lässt sondern auch mal hinter Sweetie herläuft). Um ehrlich zu sein habe ich jetzt zweimal eine Bisswunde in der Ohrgegend festgestellt. Fell von Maggie fehlt ordentlich hinten am Po. Aus Käfigtechnischer Sicht ist es so, dass erst Sweetie freilaufen darf. Maggie kommt dann zu ihrem Ausgang gesprungen und wartet, bis sie Sweetie sieht und rennt dann raus. Sie rennt zu Sweetie hin, biegt dann aber ab und rennt weiter. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, dass Sweetie die Verfolgung aufnimmt. Sweetie rennt hinter Maggie her, sie keilen sich ein paar mal, es fliegt Fell bei Maggie und dann flüchtet Maggie in ihren Käfig. Sweetie lasse ich aber nicht hinterher.

Nah der letzten Bißwunde habe ich sie nun erst einmal vier Tage nicht zusammen laufen gelassen, weil Maggie hinterher immer sehr mitgenommen ist. Nun ist sie aber auch sehr betrübt und ich habe den Eindruck, dass sie einsam ist, aber nicht unbedingt, weil Sweetie nicht da ist. Ich hatte auch schon den Eindruck, dass meine ältere Dame eifersüchtig ist, wenn ich den Käfig von der Neuen putze.

Ich habe nun schon verschiedene Strategien probiert und hatte zwischenzeitlich auch das Gefühl, dass es Fortschritte gibt. Aber ich muss sagen, dass ich inzwischen ziemliches Herzklopfen bekomme, wenn es daran geht, dass beide gleichzeitig aus ihrem Käfig kommen. Vielleicht hast du noch einen guten Tipp für mich.
Bitte brich den Vergesellschaftungsversuch sofort ab, du stresst die Tiere ungemein und riskiert damit ihre Gesundheit und ihr seelisches Gleichgewicht. Und das völlig umsonst, denn das du zwei geschlechtsreife Weibchen zusammen bringst, ist so gut wie unmöglich. Weibchen sind sehr territorial veranlagt, und sie werden ihr Revier immer gegen einen Eindringling verteidigen (hast du ja schon beobachtet, wenn sie an das Gitter vom andern Käfig gehen). Akzeptiert werden Jungtiere (Babyschutz) und das andere Geschlecht zwecks Paarung. Aber nie ein gleichgeschlechtliches, erwachsenes Tier. Dir sind ja auch schon verschiedene Sachen aufgefallen, die gegen weitere Versuche sprechen .... spätestens wenn Blut fließt oder eines der Tiere aggressiv reagiert (massives Fell ausrupfen, jagen), ist Schlus mit Lustig. Wenn du so weiter machst, wird es irgendwann zu einer richtig bösen Beißerei kommen, die sogar für eines der Tiere innerhalb von Sekunden tödlich enden kann. Zumindest aber wird das Resultat sein, das Maggie dauerhaft verstört ist und künftig auch anderen Chins gegenüber ablehnend und feindselig reagiert. Hast du schon mal was vom Abrichten von Kampfhunden gehört? Genau das machst du gerade mit Maggie! Wie kannst du auch nur entfernt daran denken, das es positiv ist, wenn dein seither friedliches Chin sich nicht anders zu wehren weiß, als zurück zu beißen??? Als Betreuerin dieses sehr sensibles Wesens ist es deine Pflicht, sie vor solchen Angriffen zu schützen! Ihr Käfig muss für das andere Chin tabu sein - auch von außen (zumal du abgebissene Zehen und blutige Nasen riskierst). Übrigens ist es nie empfehlenswert, 2 Chins durch ein Gitter getrennt zueinander zu lassen - da kommen IMMER Feindseligkeiten auf. Bitte finde dich damit ab, dass du künftig 2 Käfige haben wirst, und besorge beiden Damen neue Gesellschaft - aber dieses Mal bitte ein Babyweibchen (12 - 16 Wochen alt). Und geh zu einem Hobbyzüchter, zu dem du deine Grazien mitbringen kannst, damit du vor Ort siehst, ob die Chemie stimmt. Speziell für Sweetie ist es super wichtig, das sie Gesellschaft von einem gut sozialisierten Weibchen bekommt, von dem sie lernen kann .... bei ihr selbst scheint da was schief gelaufen zu sein, wenn sie so beißfreudig ist (vermutlich zu frühe Trennung von den Eltern, oder zu viele Tiere im Käfig). Und auch für Maggie wäre es gut, wenn sie nicht noch eine schlechte Erfahrung machen müsste.

Ferner möchte ich dir, wenn möglich, eine räumliche Trennung von Sweetie und Maggie vorschlagen, denn Maggie leidet offensichtlich unter Sweeties Anwesenheit, weil sie Angst vor ihr hat. Sie wird wieder zufriedener sein, wenn sie Sweetie nicht mehr ständig riecht und hört.
Angi

Ich soll für eine Woche auf die drei Chinchillas meines Bruders aufpassen, aber seit drei Tagen verstehen sich die drei nicht mehr so gut (ist untertrieben). Es handelt sich um drei Böcke, Vater mit zwei Söhnen, angeschafft wurden alle drei vor ungefähr 1 1/2 Jahren. Der Vater und ein Sohn sind kastriert, der kleinste noch nicht. Sie haben einen großen Vogelkäfig mit drei Etagen und zwei Schlafhäuser, so das genügend Platz da ist. Bis jetzt gab es keinerlei Probleme mit Streitigkeiten, doch seit drei Tagen (Herrchen war da zwei Tage weg) kommt es zu heftigen Kämpfen, in dem der kleinste Bock (unkastriert, Sohn II) ständig unterliegt. Er hat einen großen Teil seines Fells auf einer Seite eingebüßt, allerdings ist kein Blut geflossen, also finden keine zu großen Beißereien statt. Zu beobachten war, dass sich der Vater beiden Böcken gegenüber sehr aggressiv verhält, nur dass sich der größere Sohn zu wehren weiß, der Kleinere leider nicht so. Die beiden Söhne verstehen sich ganz gut, lehnen aber auch den Vater ab, wobei der größere Sohn und der Vater zeitweise noch gut miteinander auskommen, wenn der Sohn sich unterwirft. Es herrscht momentan so eine Art "Patt", alle sitzen voneinander getrennt auf einer Etage und bei jeder Bewegung gibt's es Aggressionen. Der Kleinere traut sich gar nicht mehr aus seiner Ecke heraus. Auch ein längerer Auslauf zum Aggressionsabbau brachte nichts an Ruhe ein.

Soll ich den kleineren Bock herausnehmen oder zersplittere ich so die Gruppe? Oder sind das normale Rangkämpfe, die ausgetragen werden müssen? Vielleicht vermissen sie einfach ihr Herrchen? Ich kenne mich nicht so gut mit den Tieren aus und will nichts falsch machen, habe aber Angst um den Kleinsten.
Wenn die 3 seit 1 1/2 Jahren in dieser Konstellation zusammen sitzen, dann können es eigentlich keine Rangordnungskämpfe sein - die treten in den ersten Wochen nach der Geschlechtsreife auf (Böckchen sind mit ca. 5 Monaten geschlechtsreif). Warum sie sich streiten kann ich dir nicht sagen, und vermutlich wirst du es mit Sicherheit auch nie sagen können, nur spekulieren. Oftmals ist Platz das Problem - 3 erwachsene Tiere brauchen eine Grundfläche von mind. 0,65 qm bei 1 m Höhe, ich empfehle aber immer mind. 1 x 1 x 1 m für 3 Chins, da sie sich bei den Mindestmassen auch oft auf den Wecker gehen. Eine andere Möglichkeit wäre natürlich auch, dass das gar keine 3 Böckchen, sondern 2 Böckchen und ein Weibchen sind .... hast du mal selbst nachgesehen? Auch die Weibchen besitzen einen Harnröhrenzapfen, der oft mit einem Penis verwechselt wird. Der Unterschied ist am Abstand zwischen Harnröhrenzapfen/Penis und After zu erkennen - beim Weibchen nur wenige mm und man kann die Vagina erkennen, beim Böckchen ca. 1 cm.

Sie jetzt einfach zu trennen wäre sicherlich das einfachste für dich und die sicherste Methode für den Kleinen. Ich würde dann aber den Vater raus nehmen, wenn die Aggressionen von ihm ausgehen. So stehen die Chancen nicht schlecht, das wenigstens die beiden Brüder zusammen bleiben können. Sicher ist allerdings eines: wenn du sie trennst, wirst du sie nie wieder zusammen bringen können. Wenn Blut fließt, hast du keine andere Möglichkeit, so lange es aber nur Fell ist, würde ich an deiner Stelle erst Rücksprache mit deinem Bruder halten, ob es für ihn o.k. ist. Immerhin hat er ja dann dauerhaft 2 Käfige stehen, und braucht für den Papa dann auch wieder Gesellschaft, also ein viertes Chin (Weibchen, kann ja nichts passieren).
Angi

Irgendwie benötige ich dringend Hilfe/Rat für meinen 14-jährigen Chinchillabock und mich. Ich habe ihn im März 2002 von einer Arbeitskollegin bekommen, sie wollte ihn nicht mehr - sie hatte ihn 2 Jahre zuvor auch von einer Kollegin. Gismo lebt sein Leben lang schon allein. Ich nahm ihn aus Unwissenheit in "Einzelhaft" und er bekam ein ganzes Zimmer für sich allein. Ich dachte, es ist besser, wenn er jetzt nicht mehr die Besitzer wechseln muss. Doch er ist sehr unglücklich, die Einsamkeit ist es, denke ich. Die Ratten die mit im Zimmer sind, sind halt nicht die richtige Gesellschaft. Ich habe Angst, wenn ich ihn jetzt weggebe, das er das Käfigdasein nicht verkraftet, aber andererseits kann es so wie jetzt nicht weitergehen. Auch habe ich für einen Zweiten keine Zeit und es würde immer so weitergehen. Gismo ist auf einem Auge schon fast blind. Ich muss mir jetzt eingestehen das ich jetzt wirklich Hilfe benötige.
I
m Prinzip hast du dir deine Fragen schon selbst beantwortet, du hast nur eine Überlegung nicht in Betracht gezogen: um ein einzeln gehaltenes Chin MUSS man sich TÄGLICH MEHRERE STUNDEN!!!!!! kümmern, damit es nicht vereinsamt. Bei 2, 3, 4 Chins dagegen beschäftigen sie sich miteinander und es reicht, wenn man sie kurz füttert und gelegentlich sauber macht. Den Süßen schon wieder abzuschieben wäre unmenschlich, speziell da er ja fast nichts mehr sieht und sich daher sehr, sehr schwer in einer neuen Umgebung einfindet. Es gibt einige blinde Chins, die sich nicht weiter daran stören und die trotzdem ein glückliches Leben führen - in VERTRAUTER Umgebung und mit einem PARTNER, an dem sie sich orientieren können. Du hast den Platz - was spricht gegen ein zweites und evtl. drittes Chin?????? Suche dir einen Züchter in deiner Nähe, zu dem du dein Böckchen mitbringen kannst. er ist die dann beim Verpaaren behilflich und gibt dir viele wertvolle Tipps mit auf den Weg. Viele Züchter bieten auch an, ihre Tiere jederzeit wieder zurück zu nehmen, so dass du im Zweifelsfall nicht in ein paar Jahren wieder ein Partnertier dazu kaufen musst.
Angi